Mit einer gemeinsam abgegebenen Mitteilung wollten Vattenfall und Nuon wohl die Wogen glätte. Die Unternehmen wollen “ihre Kräfte bündeln” um “ein führendes europäisches Energieunternehmen zu gründen”. Obwohl Vattenfall die Fähigkeiten von Nuon über den grünen Klee lobt und es nach außen so aussieht, als würden sich zwei Gleichwertige zusammentun und trotz aller Beteuerungen, es werde sich nichts ändern, befürchten Verbraucherschützer in Deutschland massive Preiserhöhungen.
In der Tat sieht es so aus, als würden mit dem Zusammenschluss von Vattenfall und Nuon die Marken “Lekker Strom” und “Wakker Gas” vom deutschen Markt verschwinden. Denn in der Erklärung ist zwar die Rede davon, dass Nuon in den Benelux-Ländern noch unter dem alten Namen auftreten wird, von Deutschland ist jedoch keine Rede.
Mit Nuon war den großen Konzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall erstmals ein ernstzunehmender Konkurrent entgegen getreten. Der Zusammenschluss ausgerechnet mit einem der vier Großen beunruhigt Verbraucherschützer. Jeder Zusammenschluss dämpfe den den Wettbewerb, so Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher, und das berge immer die Gefahr steigender Preise. Daher fordert er einen Eingriff des Kartellamtes. Dieses war jedoch wegen des Rosenmontags nicht erreichbar für Stellungnahmen.
Die meisten der rund 300.000 Kunden von Nuon in Deutschland, davon 270.000 bei Strom und 30.000 bei Gas, waren vorher bei Vattenfall und haben sich bewusst für den Anbieterwechsel entschieden, auch wegen der Zwischenfälle in den Atomkraftwerken von Vattenfall in Brunsbüttel und Krümmel. Diese Kunden müssten nun zwangsläufig wieder zurück zu Vattenfall oder wieder den Anbieter wechseln. In Berlin hat Nuon sogar einen Marktanteil von zehn Prozent, in Hamburg sind es fünf Prozent - eine beachtliche Zahl für ein junges Unternehmen.
Eine offizielle Bestätigung des Endes von Nuon Deutschland gibt es bislang nicht. Dafür die Versicherung, dass alle Produkte bestehen bleiben werden und das “vorerst auch unter dem Namen Nuon”. Auch die Preise und Tarife sollen nicht geändert werden.
Auch beim Bundesverband neuer Energieanbieter (bne), der Nuon vertritt, ist man besorgt. Eine Sprecherin sagte, dass Nuon einer der großen Vorreiter für den Wettbewerb in Deutschland gewesen wäre. Weiter führte sie aus, dass ohne den Eintritt von Nuon in den deutschen Markt kein Wettbewerb für Privatkunden möglich gewesen wäre. Ob Nuon unter den neuen Voraussetzungen überhaupt noch weiter Mitglied im bne bleiben könne, sei ebenfalls noch unklar. Mit der Übernahme hätte das Unternehmen sozusagen die Seiten gewechselt und gehöre jetzt zu den etablierten Konzernen.