Vattenfall beliefert Berliner Einrichtungen ab 2010 mit regenerativem Strom
Die Stadt Berlin geht in Sachen Ökostrom mit gutem Beispiel voran. Alle Liegenschaften des Landes Berlin werden ab 2010 mit regenerativem Strom beliefert. Die Energie kommt wie auch in den vergangenen Jahren von Vattenfall.
Berlin – Der Stromkonzern Vattenfall, einer der vier großen Stromlieferanten in Deutschland, wird ab dem 01.01.2010 alle Einrichtungen der Stadt Berlin mit regenerativem Strom versorgen. Der Energieversorger erhielt den Zuschlag in einer europaweiten Ausschreibung zur Stromversorgung für die Zeit von 2010 bis 2012. Bereits seit 2006 beliefert Vattenfall die Landesliegenschaften bis zu diesem Jahr, darunter die Charité, die Technische Universität sowie die Freie Universität.
Im Vertrag festgelegt ist, dass Vattenfall rund 900 Gigawattstunden pro Jahr liefert. Die Energie stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen. So werden die Liegenschaften der Stadt Berlin mit CO2-neutralem Strom versorgt, der aus Anlagen für Erneuerbare Energien kommt, die mit Wasserkraft betrieben werden.
Werner Süss, Sprecher von Vattenfall, erklärte, dass der Konzern sich freue, zusammen mit dem Land Berlin diesen großen Schritt zu einer klimafreundlichen Stromversorgung des Landes zu gehen. Das Land lebe mit dieser ökologisch anspruchsvollen Ausschreibung Klimaschutz vor.
Nach Aussagen der Umweltorganisation Greenpeace sind viele Angebote zu Ökostrom Mogelpackungen. Ein großer Teil dieser Angebote würde das Prädikat nicht verdienen, teilte die Organisation am Montag in Hamburg mit. Der Energiewissenschaftler Uwe Leprich von der Hochschule Saarbrücken habe im Auftrag von Greenpeace hierzu eine Studie erstellt und sei zu diesem Ergebnis gekommen.
Danach basieren viele Ökostrom-Geschäftsmodelle nur auf dem Handel mit Herkunftsnachweisen. Hierbei kaufen Stromanbieter beispielsweise billige Zertifikate für Ökostrom aus Wasserkraft in Skandinavien, jedoch den Strom selber kauft er nicht. Der konventionelle Strom wird dann mit diesen Zertifikaten in Deutschland zu Ökostrom umdeklariert. Ein weiteres Ergebnis der Studie sei daher die Forderung nach einem einheitlichen Label für Ökostrom-Produkte. Die zahlreichen nebeneinander existierenden Zertifikate, die es zurzeit auf dem Markt gibt, sei zu verwirrend für den Verbraucher.
Vorausgesetzt, dass die Ergebnisse dieser Studie der Wahrheit entsprechen, könnte man sich in Zukunft den finanziell intensiveren Ökostrom sparen und wieder zum konventionellen Atomstrom wechseln. Insofern ist es tatsächlich an der Zeit, dass hier klare Regelungen gefunden werden und ein einheitliches Zertifikat eingeführt wird.