Kein neues Kohlekraftwerk in Berlin, statt dessen Ökostrom in der Türkei
Im Berliner Stadtteil Lichtenberg wird es aller Voraussicht nach kein neues Kohlekraftwerk geben. Der Energiekonzern Vattenfall ist von seinen diesbezüglichen Plänen abgerückt, berichtet die “Berliner Morgenpost Online”. Das 800-Megawatt-Kraftwerk hätte mit polnischer Steinkohle befeuert werden sollenund war als Ersatz für das Kraftwerk Klingenberg gedacht. Damit beugt sich der schwedische Energieriese den Protesten aus Politik und Bevölkerung. Nun soll geprüft werden, ob stattdessen ein Gaskraftwerk sinnvoll ist.
Mit dem Aus für diese Pläne braucht Berlin nun aber ein neues Energiekonzept. Da man besonders hier Wert auf die Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz legt, müsste die Hauptstadt künftig auf Atomstrom und CO2-Schleudern verzichten. Das würde bedeuten, dass in zahlreichen Haushalten erst einmal die Voraussetzungen für moderne Heizanlagen geschaffen und Flächen für Solaranlagen angeboten werden müssten.
Während sich in Berlin die Gemüter noch erhitzen, hat der Vattenfall-Konkurrent EnBW einen neuen Markt entdeckt: die Türkei. Der konzern will hier in die erneuerbaren ENergien investieren und hat sich dafür mit der türkischen Borusan Holding zusammengeschlossen. Im ersten Schritt soll in den nächsten drei bis vier Jahren gemeinsam eine Milliarde Euro investiert werden, so Konzernchef Hans-Peter Villis. Die Gründung soll im April vollzogen werden. Experten prognostizieren für den türkischen Strommarkt Zuwachsraten von durchschnittlich acht Prozent.
Der Weltkonzern Google hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit gutem Beispiel voran zu gehen und Nachhaltigkeit zu leben. Dafür hat er bereits einige Projekte ins Leben gerufen, unter anderem werden auch Solaranlagen von Google betrieben. In einem aktuellen Projekt arbeitet das Unternehmen daran, ein Programm zu entwickeln, mit dem man seinen Stromverbrauch jederzeit abrufen kann.
Mit Hilfe dieses Programmes kann der Nutzer auf dem Monitor immer seinen aktuellen Zählerstand checken. Doch nicht nur das, auch der momentane Stromverbauch ist ebenso sichtbar wie der Verbrauch der vergangenen Wochen und Monate. Aus diesen Daten kann man dann Statistiken erstellen und genau herausfinden, welches Gerät für den jeweiligen Stromverbrauch verantwortlich war. Das neue Werkzeug erstellt sogar Spar-Tipps. Der Datenschutz ist gewährleistet, denn die Daten sind privat und können nur auf Wunsch des Kunden mit anderen geteilt werden.
Momentan befindet sich das Projekt im geschlossenen Teststadium. Um die Daten generieren zu können, muss der Stromlieferant ein sogenanntes “smart meter” im jeweiligen Haushalt anschließen. Der Benutzer verbindet dieses dann mit seinem Google-Konto. In den Usa laufen bereits erste Verhandlungen mit großen Energielieferanten zusammen, um die Geräte später an die Haushalte liefern zu können.
Zukunftsvision 2020: Hälfte aller Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt?
Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. und die Agentur Erneuerbare Energie haben in einer Studie aufgezeigt, dass im Jahr 2020 mit 47 Prozent fast die Hälfte aller Haushalte mit erneuerbaren Energien versorgt werden können.

Photovoltaik-Anlage - Foto: fotolia
Laut Studie könnte sich der Anteil der Photovoltaik verzehnfachen. Vorausgesetzt, die Politik erhält die notwendigen Rahmenbedingungen für die Solarstromproduktion, sagt die deutsche Solarwirtschaft.
Mit massiven Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung sowie hohen Investitionen in neue, hochmoderne Fertigungsanlagen wäre ein Zuwachs der installierten Photovoltaikleistung von 3,8 Gigawatt aus dem Jahr 2007 auf 39,5 Gigawatt im Jahr 2020 möglich, prognostiziert “Stromversorgung 2020″.
Besonders viel Dynamik ab 2010
Die Branche erwartet besonders ab Mitte des nächsten Jahrzehnts viel Dynamik. Denn dann wird die sogenannte Netzparität erwartet, was bedeutet, dass die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach günstiger sein wird als der Bezug vom Stromerzeuger. Hierzu erforderliche Kostenentwicklungen der Solarstromerzeugung ist schon heute an den EEG-Vergütungssätzen sowie den vorgesehenen Degressionssätzen ablesbar. Außerdem rechnet die Branche weiterhin mit steigenden Preisen im konventionellen Strombezug.
Für die Jahre 2008 bis zum Ende 2015 wird ein jährliches Wachstum von durchschnitllich 1900 Megawatt angenommen, mit Erreichen der Netzparität wird sich die Dynamik dann auf durchschnittlich 4000 Megawatt in den Jahren 2016 bis 2020 steigern.
Auch die angenommene Vollaststundenzahl wird von jetzt rund 800 Stunden im Jahr auf etwa 1000 Stunden pro Jahr im Jahr 2020 steigen. Begründet wird dies vor allem mit einer immer effizienteren Anlagentechnologie. Die Produktion von Solarstrom erwartet die Prognose mit 39,5 Terrawattstunden.