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Von Billigstrom zu Teuerstrom

posted by admin @ 13:56
23. Oktober 2009

Seit Jahren steigt der Strompreis unaufhörlich an. Doch viele Stromanbieter schaffen es, die gängigen Marktpreise erheblich zu unterbieten. Eine Studie der Unternehmensberatung A.T.Kearney zeigt nun, dass diese Billigstromanbieter dabei nicht selten Verluste in Millionenhöhe machen. Steht das Ende von günstigen Stromangeboten kurz bevor?

Vorige Woche monierte eine Studie der Stiftung Warentest v.a. die Serviceangebote vieler Billigstromanbieter. Besonders die Berliner FlexStrom AG fiel im Test der StiWa durch. Nur „ausreichend“ in der Neukundenberatung, sogar „mangelhaft“ in der Verbraucherfreundlichkeit der Tarif-Bedingungen und Schlusslicht in der Kundenzufriedenheit. Eindeutiger hätte das Ergebnis kaum ausfallen können. Doch war FlexStrom mit Abstand der günstigste Anbieter im Test. Das scheint das Urteil zu bestätigen, dass Billigstrom nicht nur ein Preisurteil, sondern eben auch eine Qualitätsaussage ist. Gibt es billigen Strom also nur auf Kosten von Beratung, Service, Verbraucherfreundlichkeit und Kundenzufriedenheit?

Die Studie von A.T.Kearney bestätigt diesen Verdacht. Denn schon ohne Berücksichtigung der „Kosten für Marketing, Vertrieb und Abwicklung oder Kundenbetreuung“ weisen die Billigstromanbieter meist durchweg Verluste von 40 bis 75 Euro pro Kunde auf, so eine Beispielrechnung der WELT ONLINE. Wenn ein Billigstromanbieter, so die Rechnung, am Ende des Jahres 650 Euro an einem Kunden verdient, bleiben davon nach Abzug der Netznutzungsentgelte und Steuern gerade einmal 135 Euro übrig. Davon gehen dann noch die Strombezugskosten (Stromkostenanteil, KWK-Zuschlag, EEG-Zuschlag und MwSt.Anteil) ab. Was für den Stromanbieter übrig bleibt ist ein Verlust in der o.g. Höhe. Der Billiganbieter hat an seinem Kunden nicht nur wenig oder gar kein Geld verdient, jeder Kunde kostet den Stromanbieter Geld. Und dass, um es zu wiederholen, ohne Berücksichtigung von weiteren Ausgaben wie z.B. Kundenberatung und Vertrieb. Anbieter wie FlexStrom (ca. 250.000 Kundinnen und Kunden) oder TelDaFax (ca. 400.000 Kundinnen und Kunden) müssten sich nach der Rechnung von A.T.Kearney also jährlich mit Verlusten im zweistelligen Millionenbereich herumschlagen.

Dass die Billigstromanbieter natürlich keine Philanthropen sind, denen das Wohl der Kunden jedes Jahr hohe Millionenverluste wert ist, versteht sich von selbst. Die Billigstromanbieter werden, so Dr. Andreas Stender, Co-Autor der A.T.Kearney-Studie, voraussichtlich versuchen, den aktuellen Kundenbestand auf ein deutlich höheres Preisniveau zu bringen oder an strategische Investoren zu verkaufen. Das könnte das Ende von Billigstromangeboten sein, so das Fazit der Studie: „Billigstrom-Tarife in der aktuellen Form werden sukzessive vom Markt verschwinden.“ Möglicherweise erobern sich nachhaltigere Angebote in der Zukunft die Pole Position im Strompreisvergleich- Wettkampf. Denn die Ökostromanbieter haben laut Studie ebenfalls „beachtliche Kundenzuwächse erzielt – Tendenz weiter steigend.“ Für die Verbraucher bedeutet das in erster Linie, dass sie sich auf höhere Strompreise einstellen müssen, möglicherweise aber auch die nachhaltigere Energiewirtschaft in Deutschland stärken. Trotzdem sollte jeder beim Wechsel des Stromanbieters einen Stromtarife Rechner benutzen!

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One Response to “Von Billigstrom zu Teuerstrom”

  1. heading north » Links – 2. November 2009 Says:

    [...] Stromblogger – Von Billigstrom zu Teuerstrom [...]

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